Reservierungen: +264 (0) 67 290 173/4 | Kontaktiere uns |

Dino Spuren

Saurichnium Damarense auf Mount Etjo - Die deutschen Archäologen Dr Huene im Jahre 1925 und Dr Gürich im Jahre 1926 waren die ersten Wissenschaftler, die die Dinosaurierspuren im Etjo Sandstein aufsuchten und beschrieben. Gürich unterschied 4 Subspezies: Saurichnium damarense, Saurichnium parallelum, Saurichnium anserinum und Saurichnium tetractis. Der größte und am einfachsten erkennbare Abdruck gehörte Saurichnium damarense, wobei die kleineren Spuren vermutlich einem noch nicht ausgewachsenem Tier derselben Subspezies angehörten. Leider besteht nicht genügend Information um die weitere Klassifizierung der Fußspuren zu ermöglichen, doch fest steht dass diese Spuren des Triassic (Stormage) Zeitalters vor etwa 230 Millionen Jahren angehören.

Eindeutig erkennbare Dinosaurierspuren können auf der benachbarten Farm Otjihaenamaparero besichtigt werden. Diese Fußspuren wurden zu einem nationalen Denkmal erklärt. Zwei Spuren wurden hier entdeckt, der größere Abruck misst etwa 45 x 35 cm, zählt über 30 einzelne Fußabdrücke über eine Strecke von 28 m und die Distanz zwischen den einzelnen Abdrücken beträgt zwischen 70 und 90 cm (Gürich, 1926). Beide Spuren auf Otjihaenamaperero und Mount Etjo sind der Beweis für die damalige Existenz eines mit Krallen ausgestatteten, zweibeinigen Dinosauriers von beträchtlicher Größe und Gewicht. Der mittlere Zeh ist der Längste, mit 28 cm. Bisher wurden in der Etjo Gegend noch keine Fossilien eines solchen Dinosauriers gefunden, doch kann man die äußerliche Erscheinung des Saurichnium damarense erahnen.

Die notwendige Bedingung für die Entstehung und den Erhalt der Fußspuren über 100 Millionen Jahre ist der Abdruck einer solchen Spur in weichem, tonartigem Boden (z.B. in der Nähe eines Flusses oder eines Meeres). Dieser wird dann von der Sonne getrocknet und gefestigt. Wenn die Abdrücke hart genug sind, von mehreren schützenden Lagen Sediment verdeckt werden, sind sie erneut sichtbar wenn durch Wettereinwirkungen 100 Millionen Jahre später die schützenden Lagen Sediment abgetragen werden. Somit sind Fußspuren meist nicht direkt an der Oberfläche vorzufinden, sondern unter einer Lage Erdschicht, wie "echte" Fossilien auch.

Bei den Mount Etjo Fußspuren sind die Reste der Sedimentschichten über dem Abhang deutlich erkennbar. Dort wo die Schichten abgetragen sind, werden die Spuren sichtbar. Verschiedene Farbtöne sind in den unterschiedlichen Lagen im Gestein sichtbar. Der Großteil der Schichten hat eine dunkle, rötliche Färbung, ein Gestein welches in ganz Namibia vorgefunden wird.

Der Dinosaurier Spatziergang

Die Fußspuren sind etwa 3 km von dem Mount Etjo Dinosaurier Campingplatz entfernt. Folgen Sie den Wegweisern und bewundern Sie die außergewöhnliche Aussicht vom Rande der Anhöhe. Der Wanderweg ist etwa 1.5 km lang (etwa 30 Minuten Gehzeit) und ist auch für kleinere Kinder und ältere Gäste zugänglich.

  • Begleitete Wanderung: N$ 250.00 pro Person
  • Ungeführte Wanderung: kostenlos

Okonjati - Ort des Büffels

Ebenso deutlich erkennbar wie die Dinosaurierspuren befinden sich auf einem anderen Teil des Okonjati Wildreservats Spuren, die dem Fußabdruck eines heutigen Büffels verdächtig ähnlich sind. Das Gestein, in dem die Büffelspuren vorkommen, gehört dem Etjo Kalkstein an, welcher über mehrere Millionen alt geschätzt wird - zu diesem Zeitpunkt in der Erdentwicklung soll es jedoch noch keine Säugetiere gegeben haben. Viele Wissenschaftler haben die Spuren erforscht und verschiedene Theorien aufgestellt. Doch fest steht: nicht grundlos verliehen die ansässigen Hereros dem Gebiet den Namen "OKONJATI", was "Ort des Büffels" bedeutet. Leider ist der majestätische Büffel wegen befürchteter Krankheitsübertragung auf Rinder das einzige Tier, das laut Namibischen Gesetz nicht im Okonjati Wildreservat angehalten werden darf. Für die Auslegung folgender Erläuterung verschiedener Theorien bedanken wir uns besonders bei Alexander Wagensommer, Geologiewissenschaftler in Italien und Deutschland.

1. Die Buschmann/Mensch Theorie

Könnten die Spuren von Buschmännern (oder auch anderen ansässigen Menschen) in das Gestein gemeißelt worden sein? Obwohl Buschmänner für ihre Felsmalereien und Steinarbeiten bekannt sind, erscheint das Nachahmen von Büffelspuren für die Buschmannkultur eher unwahrscheinlich. Meistens sieht man bei künstlich in den Felsen geschlagenen oder gekratzten Spuren immer bei genauem Hinsehen die Schrammen der benutzten Werkzeuge.

2. Trügerisches Gestein

Das kalkhaltige Gestein, in dem die Büffelspuren festgehalten worden sind, soll theoretisch aus präkambrischen Zeiten stammen. Doch vielleicht sind die Spuren gar nicht auf dem präkambrischen Gestein, sondern auf einer dünnen Schicht „Concrete“ (=Zement), die das präkambrische Gestein überlagert und natürlich viel jünger ist? Das ist ein wirklich gutes Argument. Tatsächlich gibt es solche Fundsituationen. Doch die Vertiefungen im Okonjati sind eindeutig im präkambrischen Dolomit bzw. Marmor, der zumindest an der Stelle wo die „Spuren“ sind keine noch so dünne Concrete-Schicht aufweist. Die bläuliche und weiße Bänderung im Gestein ist präkambrisch.

Weiterhin ist das Gestein offensichtlich metamorph, d.h., das Gestein, das heute an der Oberfläche liegt, wurde einst tief im Erdinneren unter hohen Druck- und Temperaturbedingungen umkristallisierte. Bei diesem Vorgang entstanden die Schlieren (Bänderung) und die glitzernen kleinen Kristalle, die während der Metamorphose des Steins enstanden und deutlich erkennbar sind. Die Metamorphose zerstört die Struktur eines jeden Fremdkörpers im Gestein und schließt aus dass auch nur jedes kleinste Fossil noch im Gestein erkennbar wäre - geschweige denn eine delikate Fußspur.

3. Büffel zu prähistorischen Zeiten? Wie alt ist die Erde?

Wenn man das Alter der Patriarchen in der Bibel von Adam bis Jesus summiert, kommt man auf etwa viertausend Jahre; da seit Jesus bis heute noch einmal zweitausend vergangen sind, lässt sich aus der Bibel also ein Alter von sechstausend Jahren seit Erschaffung der Welt errechnen. Für Kreationisten sehr interessant, da sich die Spuren in präkambrischem Gestein befinden, das nach Ansicht der Geologie ein Alter von gut zwei Milliarden Jahren hat und aus einer Zeit stammt, als es auf der Erde außer ein paar Bakterien kein Leben gab. Wenn jemand den Nachweis erbringen könnte, dass im Präkambrium schon Büffel lebten, würde damit das gesamte Weltbild der modernen Wissenschaft einstürzen; es hätte nie Evolution gegeben, alle heutigen Tierarten inklusive dem Menschen wären schon von Anbeginn auf der Erde vertreten gewesen...

4. Wasser - ein Phänomen

Die wahrscheinlich von den meisten Geologen vertretene Theorie ist, dass es sich bei den "Büffelspuren" um Erosionsspuren handelt, d.h. die Formung des Gesteins durch Wettereinwirkungen. Im Falle des Karbonatgesteins auf Mount Etjo (Kalziumkarbonat (=Kalkstein) und Magnesiumkarbonat (=Dolomitstein), welches in geringem Maße wasserlöslich ist, ist annehmbar, dass sich im Laufe einiger Jahrtausende sogenannte "Karstmulden" durch Regenwasserabläufe am Gesteinshang gebildet haben.

Karstmulden verteilen sich meistens unregelmäßig auf einer Gesteinsoberfläche, können aber auch in Reihen vorkommen, also ähnlich wie Tierspuren, die ja auch in einer Linie liegen. Da Karstmulden durch die lösende Aktion des Wassers entstehen, findet man sie meistens dann in einer Reihe, wenn das Regenwasser einen bevorzugten Ablaufweg auf einem Hang mit leichtem Gefälle hat.

Keine Büffelspuren...?!

Die Spuren befinden sich in präkambrischem, metamorphem Gestein.
Die „Spuren“ liegen auf unterschiedlichen Flächen.
Echte fossile Spuren liegen immer auf einer Schichtfläche, über die das Tier gegangen ist. Zwischen einer fossilen Schichtfläche und der nächsten muss ein Zeitraum von wenigstens einigen Stunden, in der Regel aber von vielen Jahren liegen. Und das wiederum bedeutet, dass eine Tierspur nie über mehrere Flächen gehen kann, denn sonst hätte das Tier den einen Abdruck Jahre früher hinterlassen als den nächsten. Das Gestein, auf dem die „Büffelspuren“ vorkommen, hat keine Schichtflächen (wie z.B. bei den Dinosaurierspuren erkennbar). Wollte man die leicht angedeuteten Flächen, auf denen die Mulden liegen, als Schichtflächen interpretieren, dann lägen die einzelnen Hufabdrücke ein und derselben Tierfährte auf unterschiedlichen Schichtflächen, eine geologische Unmöglichkeit.
Die Spuren zeigen wenig oder keine anatomischen Details. Echte fossile Spuren sind oft sehr gut erhalten. Sie zeigen meistens die einzelnen Zehen und oft sind sie von einer leichten Schwellung umgeben, die entstand, als das Tier durch sein Auftreten das Sediment verdrängte. Die Möglichkeit besteht jedoch, dass fossile Spuren auch schlecht erhalten sein können und aussehen wie unförmige Mulden.
Die Mulden sind alle unterschiedlich groß und haben unterschiedliche Formen. Obwohl - die Spuren sehen einer echten Büffelspur unverkennbar ähnlich.
Auch der Abstand zwischen den einzelnen Spuren ist viel unregelmäßiger, als das bei einer echten Fährte der Fall ist. Und trotzdem - bei kaum einem Tier sind einzelne Schritte gleich lang!

Dennoch: eventuell nicht vor Millionen Jahren, doch vor einigen Hundert Jahren lebten Büffel in der Gegend des "Okonjati", dem sogenannten "Ort der Büffel". Vielleicht werden auch eines Tages wieder Büffel hier anzutreffen sein...

Besuchen Sie die Büffelspuren - dem größten Rätsel des Okonjati, und überzeugen Sie sich selbst!